Einfühlsamer Atem nach Ingeborg Piel

Das Üben im SoMaTra Yoga mündet in die vierte Art von Pranayama.

Yoga Sutra 2, 51:

Bei der vierten Art von Pranayama (Atemtechnik) sind Aus- und Einatmung und das Anhalten kein Thema mehr, sie geschehen von allein. Die vierte Art von Pranayama transzendiert das äußere und innere Pranayama.

Das vierte Pranayama-Stadium ist erreicht, wenn die Atembewegungen ohne bewusstes Wollen oder Bemühen ablaufen. Die Bewegungen des inneren Sinns und des Bewusstseins hören auf. Die Ströme der Energie, der Intelligenz und des Bewusstseins kommen von sublimalen Eindrücken abgesehen, zum Stillstand. Es entsteht eine Art Pause sowohl in der Atmung als auch auf der mentalen Ebene. Dieser Pause entspringt ein neues Erwachen, und das Licht der Intelligenz durchstrahlt das innerste Sein des Übenden.

Yogasutra 2, 52:

Dadurch wird der Schleier, der die innere Erleuchtung bedeckt, entfernt.

Das Pranayama lässt das innere Licht der Weisheit leuchten. Wie der der Wind die Wolken beiseite schiebt, die die Sonne verdunkeln, so vertreibt das vierte Pranayama die Wolken, die dem Licht der Intelligenz im Wege stehen. 

"Dadurch" bezieht sich auf das im Yoga Sutra 2, 51 beschriebene Pranayama. Der einfühlsame Atem (Kevali Atmung) ist die Atmung, die ins Sein führt und wird auch stiller Atem genannt, da ganz einfach durch Entspannung natürliche Atempausen entstehen in denen der Geist zur Ruhe kommt.

 

Ausatmen bedeutet, Raum für den neuen Atem zu schaffen.
Sei leer am Ende des Ausatmens.

Diese Leere ist der Boden
für Tausende neuer Möglichkeiten...
Wir brauchen nichts weiter zu tun,
als nach dieser völligen Leere Ausschau zu halten,
der Rest ergibt sich.

(Sandra Sabatini)